Die philosophische Hermeneutik

Hermeneutik ist die Lehre vom Verstehen und Interpretieren. Die Geisteswissenschaften sind hermeneutische Wissenschaften. Naturwissenschaften beobachten Naturobjekte, Hermeneutiker bobachten sprachliche zeichen und kulturelle Schöpfungen als Ausdruck oder Manifestation des menschlichen Geistes.

Die drei hermeneutischen Grundfragen:

Hermeneutischer Zirkel:

Der Interpret muss viel über die Zusammenhänge und den geschichtlichen Rahmen wissen und den Sinn abschätzen können.

Die Aneignung des Sinnes geschieht schrittweise. Durch Erweiterung des Wissens korrigiert der Interpret immer wieder den voreilig erfassten Sinn.

Kurt Hübner dagegen glaubt, dass Verstehen nur das Vertrautsein mit einem Regel- und Gesetzeszusammenhang ist. Der Interpret hat sich durch dauernden Umgang in jenes Stück Wirklichkeit eingelebt.

Verhaltensweisen ändern sich im Lauf der Geschichte. Was jetzt richtig ist muss es später in einer anderen Situation nicht wieder sein. In historischen Zusammenhängen sind solche Widersprüche notwendig. In einem wissenschaftlichen System würden die Widersprüche zur Auflösung des System führen. Die Wissenschaft von der positiven Funktion der Widersprüche heißt Dialektik.

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